Tarotkarten
 

Der oder das Tarot ist ein Kartenorakel, dessen Ursprung im Dunkeln liegt.
Ebenfalls gibt es für den Ursprung des Wortes Tarot unterschiedliche Erklärungsversuche, z.B. die ägyptischen Worte Ta-rosh oder Thot, das lateinische Rota, das hebräische Tora und das ungarische tar, welches sich vom Sanskritwort taru herleitet.
Nach einigen entstanden die Karten während des italienischen Mittelalters, andere nehmen einen Ursprung in Ägypten an, wo sie der Gott Thoth persönlich entwickelt haben soll. Von hier aus seien sie von Zigeunern (die auch als „Ägypter” bezeichnet werden, z. B. bei von ARNIM, „Isabella von Ägypten”, vgl. „Gipsy”) über den Balkan nach Europa gelangt.
Zum ersten Mal schriftlich werden Karten im Mai 1377 in Florenz erwähnt, wo das Kartenspiel durch den Magisterat verboten wurde. Es handelte sich um ein Kartenspiel welches den Namen "Naibbe" trug. Eine erste Beschreibung der Karten wurde von einem Dominkanermönch festgehalten, diese Aufzeichnung befindet sich heute im Besitz des Britischen Museums in London. Dort steht unter anderem:
„Anno Domini 1374 kam ein Spiel zu uns, das eine Kartenspiel genannt wird, und das in wunderbarer Weise den Zustand dieser Welt beschreibt. Doch woher es stammt, wer es erfunden hat und was damit tut, entzieht sich meiner Kenntnis."
Im weiteren Text wird ein Kartenspiel mit vier Farben beschrieben, wobei jede Farbe 10 Zahlenkarten, sowie Könige und andere Hofkarten aufweist. Desweiteren wurde 1939 im Tokapi Museum in Istanbul ein Kartenspiel aus dem 14.Jahrhundert entdeckt, welches als Vorläufer unserer heutigen Spielkarten gilt. Dieses Spiel bestand aus 52 Karten mit je 4 Sätzen. Jeder Satz wurde in 10 Zahlenkarten und 3 Hofkarten gegliedert. Die Hofkarten bestanden aus einem Malik (König), einem Naib Malik (stellvertretende König) und dem Thani Naib (Stellvertreter des Stellvertreters). Vermutlich ist der Name "Naibbe" aus diesen Bezeichnungen hervorgegangen und scheinbar stammen die Karten von den Mameluken, welche seit Mitte des 13. Jahrhunderts in Syrien und Ägypten herrschten, aus dieser Quelle haben sich die Karten wohl recht rasch in Europa verbreitet.
Aus keinem der damaligen Einträgen, bei denen es sich überall um Verbote der Spielkarten handelte, geht ein Hinweis auf die Funktion der Karten als Orakel / Tarot hervor.
Die Geschichte des esoterischen Tarots hat Ihren belegbaren Beginn erst 1781. Antoine Court de Gébelin entdeckte die Tarotkarten in einem Pariser Salon und definierte sofort ohne jeglichen Zweifel ihren ägyptischen Ursprung. Seither gehen auf Ihn folgende drei Theorien zurück, bei denen heutzutage die Gewissheit besteht, daß sie falsch sind:
~ Tarot ist ein altägyptisches Weisheitsbuch
~ Die Karten wurden von den Zigeunern nach Europa gebracht
~ Die 22 Großen Arkana bringen bildhaft Bedeutung und Symbolik der 22 Hebräischen Buchstaben zum Ausdruck
Eine erste Zuordnung der 22 Karten des großen Arkana zum hebräischen Alphabet machte Comte de Mellet. Diesen Artikel griff Gébelin bei der weiteren Entwicklung auf. Er veröffentlichte das Werk „Le Monde primitif“. Etteilla nahm den Gedanken von Gébelin auf und veröffentlichte die ersten Deutungsregeln, sowie 1789 seine eigenen Karten, die als der Grand Etteilla bekannt wurden. Anschließend im 19. Jahrhundert ging die Entwicklung fast „Schlag auf Schlag“ voran. Eliphas Lévi endeckte eine Verknüpfung des Tarot und der Kabbala, welche im Gegensatz zu der Zuordnung zum hebräischen Alphabet stand. Paul Christian führte den Begriff Arkanum/Arkana (lat. Geheimnisse) ein. Im Jahr 1889 kam der erste esoterische Tarot, wie er heute überall bekannt ist auf den Markt.
Ein Kartendeck besteht aus 22 Karten des Großen Arkana, sowie 56 „Karten des Kleine Arkana”, welche wie übliche Kartenspiele in Hof- und Zahlenkarten gegliedert sind. Manchen Decks begnügen sich auch mit den Karten des Großen Arkana.
In der Zeit des Jahreswechsel von 1909/1910 erscheint der bekannte Rider-Waite-Tarot und im Jahr 1944 kommt der symbolreiche und bedeutungsschwere Crowley-Tarot unter dem Namen Buch Toth auf den Markt.
Dies ist mein persönliches Lieblingsdeck mit dem und nach dessen Deutungsweise ich privat arbeite, da ich gelegentlich auch schonmal ein anderes Tarotdeck benutze.
Der Tarot wird auch als Spiegel der Seele bezeichnet und hilft bei richtigem Umgang Erkenntnisse über sich selbst zu finden. Daher ist es wichtig, daß ein Tarot einen persönlich anspricht, sei es durch seine Gestaltung oder Bedeutung als spezielles Geschenk etc. Ein Tarotdeck ist kein Spiel oder Partygag und sollte daher mit Respekt behandelt werden. Wenn die Karten nicht benötigt werden, sollten sie einen Ihnen fest zugedachten Platz besitzen z.B. eine Schatulle oder ein spezielles Tuch in welches sie gebunden werden. Ich empfehle die Karten bevor man sie in Benutzung nimmt zu weihen.
Ein Beispiel:
Das Etui oder Tuch in welchem die Karten verwahrt werden sollen bereit legen. 3 Kerzen in den Farben: Violett, Blau und weiß aufstellen und eine Räuchermischung vorbereiten aus: 3 Teilen Weihrauch 3 Teilen Copal 2 Teilen Myrrhe 1 Teil Sandelholz 1 Teil Orangenblüten Die Kerzen und das Räucherwerk entzünden. Die Karten in die Mitte legen und mit der Anrufung beginnen: Im Namen der Großen Göttin und Ihrem Gefährtem dem gehörnten Gott, weihe ich Euch und bitte um die Hilfe mit den Karten mein inneres Selbst zu erkennen, sowie die Karten nicht für eigennützige Zwecke zu mißbrauchen. Helft mir Geduld zu bewahren und nicht aufzugeben, sollte ich die Aussagen der Karten nicht sofort verstehen können. So sei es!
Anschließend die Karten durch den Rauch ziehen und in das vorbereitete Etui/Tuch geben.

Um die Karten zu Befragen bereite ich mir ebenfalls wieder den Platz an dem ich arbeiten möchte entsprechend vor.
Beispielsweise:
2 Kerzen aufstellen in den Farben Blau und silber (ersatzweise ein helles grau), sowie eine vorbereitete Räucherung, bestehend aus: 2 Teilen Sandelholz 1 Teil Orangenblüten ½ Teil Zimt ½ Teil Gewürznelke abbrennen. Die Karten mischen und sich auf die Frage, welche man stellen möchte konzentrieren.
Zur Befragung der Karten gibt es je nach Fragestellung an das Tarot gibt es verschiedene Legesysteme. Das fängt mit der einfachen Tageskarte an bis hin zu 12 Karten z.B.: beim Narrenspiel. Eine kleine Auswahl von Legearten möchte ich hier vorstellen.

Das einfache Kreuz
hier werden vier Karten gezogen und wie folgt ausgelegt:
Die erste Karte steht für die Ausgangsituation der Frage um die es geht, der Punkt an dem der Fragende steht. Die zweite Karte zeigt Einflüsse auf, die derzeit an die Seite gestellt werden können, sie müssen weder befürchtet noch darauf hingearbeitet werden. Die dritte Karte gibt Auskunft über die Dinge die zu beachten sind, auf die hingearbeitet werden soll. Die vierte Karte zeigt an was der nächste Schritt ist, die Erfahrung die als nächstes auf den Fragesteller zukommen wird. Einfacher formuliert:
1. Karte: Das ist es
2. Karte: Das sollte nicht getan werden
3. Karte: Das soll getan werden
4. Karte: Dorthin führt es
Die Entscheidung
hier werden sieben Karten gezogen und wie folgt ausgelegt:
Hier geben die Karten Auskunft über die Ausgangssituation des Fragestellers und zeigen die Weiterentwicklung einmal, wenn er sich für das Betreffende entscheidet oder die andere Seite wenn sich dagegen entschieden wird. Beispielsweise: Soll ich den Arbeitsplatzwechseln? Karte 7: Darstellung des Fragehintergrundes oder die Haltung des Fragestellers zur Frage selbst.
Karten: 3 – 1 – 5 : Diese Karten zeigen in zeitlicher Abfolge was passiert, wen die gestellte Frage positiv beantwortet wird.
Karten: 4 – 2 – 6 : Diese Karten zeigen in zeitlicher Abfolge was passiert, wen die gestellte Frage negativ beantwortet wird.
Das keltische Kreuz
hier werden sieben Karten gezogen und wie folgt ausgelegt:
Hierbei handelt es sich um die wohl bekannteste Legeform. Diese Form ist ein universelles System für jede Art der Fragestellung.
1.Karte: Das ist es
2.Karte: Das kreuzt es
3.Karte: Das wird erkannt (Kopf)
4.Karte: Das wird gespürt (Herz)
5.Karte: Das hat dorthin geführt
6.Karte: So geht es weiter
7.Karte: So sieht es der Fragesteller/in
8.Karte: So sieht es die Gesellschaft
9.Karte: Das sind die Hoffnungen / Ängste
10.Karte: Dorthin führt es
Die Art der Frage hat hier natürlich Einfluß auf die Interpretationsmöglichkeiten. Die ersten beiden Karten geben die Hauptantwort auf das gefragte Thema. Die erste Karte beschreibt die Ausgangsituation und die zweite Karte einen dazukommenden Impuls, welcher positiv oder negativ sein kann. Die folgenden drei Karten geben dann Hintergrundinformation, wie es zu der Ausgangsituation kommt. Die dritte Karte ist die bewußte Ebene des Verstandes, sie zeigt was der Fragesteller zu dem Thema denkt. Die vierte Karte zeigt was im Unterbewußtsein zu dem Thema verankert ist, spiegelt Herz und Gefühl des Fragestellers wieder. Die nächsten Karten geben Auskunft über die zeitliche Einordnung der Ereignisse. Die fünfte Karte weist zurück in die naheliegende Vergangenheit und zeigt oft die Ursachen der jeweiligen Ausgangsituation. Die sechste Karte zeigt was in der nächsten Zeit auf den Fragenden zukommt, sie ist eine in die Zukunft weisende Karte. Die siebente Karte spiegelt die Einstellung des Fragestellers zu dem Thema wieder und die achte Karte zeigt das Umfeld des Fragenden. Die achte Karte kann hier für einen Ort, sowie für andere Personen stehen. Die neunte Karte spiegelt Erwartungen und Befürchtungen wieder. Die zehnte Karte ist ebenfalls eine in die Zukunft weisende Karte und gibt Auskunft über einen längeren Zeitraum bzw. zeigt evtl. den Höhepunkt der Fragesitutation.
Quellen und Literaturhinweise:
Akron - Hajo Banzhaf: Der Crowley-Tarot
Elisa Hemmerlein – Hajo Banzhaf: Tarot als Wegbegleiter
Hajo Banzhaf: Schlüsselworte zum Tarot E
velin Bürger – Johannes Fiebig: Tarot für Einsteiger/innen
Evelin Bürger – Johannes Fiebig: Tarot – Wege der Wandlung
Kurzdeutungen des Großen Arkana nach Crowley
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